1-04 Das Wesen Mensch
Wenn wir versuchen wollen, die Liebe als sinnbringendes Phänomen in unser Leben einzubringen, dann werden wir als erstes einmal eine sinnbringende Theorie entwickeln müssen.
Erst später wird sich daraus von ganz allein die Sinnhaftigkeit auf unser Leben auswirken können.
Jede Sinnhaftigkeit der Liebe benötigt für uns Menschen als Grundlage die Sinnhaftigkeit einer Existenz als Mensch.
Was ist ein Mensch überhaupt?
Wir wollen uns nicht dem wissenschaftlichen Anteil unserer Existenz zuwenden, weder der physiologischen, noch der ethnologischen, sondern dem Phänomen Mensch.
Für uns ist es von Bedeutung, eine Antwort auf die Frage zu finden:
Wodurch bin ich Mensch?
Der Mensch an sich ist ein in der Natur einzigartig vertretenes Zwitterwesen. Einerseits mit einem tierähnlichen Körper ausgestattet und damit absolut in die greifbare Natur eingebunden, andererseits aber mit einem weit über seinen Körper hinausreichenden Naturell: mit Geist und Gefühl.
Die Einzigartigkeit dieser Konstellation ist über das absolut menschlichste Organ für die Menschen erfahrbar: Das Bewusstsein.
Hier liegt für mich bereits ein grundlegendes Missverständnis vor. Das Bewusstsein des Menschen wird vorrangig in einer Richtung ausgelegt, die für mich absolut nicht menschlich ist. Und zwar wird der greifbare Anteil des Bewusstseins überbewertet, d.h. das Wissen, das ein Mensch über sein Gehirn erlernen oder anhäufen kann; nennen wir es seine hirnmäßige Intelligenz.
Ich nenne diese Art des Wissens deshalb greifbar, weil es für mich eine Art des Wissens ist, der eine vergleichbare Realität zugrundeliegt. Alles was vom Menschen mit Begriffen, Synonymen oder Symbolen belegt wird und diese als solche von Allen untereinander oder miteinander verglichen werden können, gerät für mich dadurch in einen quasi angreifbaren Bereich. Mit welchem Sinn man sie angreift, ist dabei nicht von Belang.
Wenn ich eine Rechnung aufstelle 2 + 2 = 4, dann wird auch ein anderer Mensch das Ergebnis dieser Angabe real nachvollziehen können. Wenn zwei Menschen einen Baum betrachten, dann werden sie beide real diesen als Baum identifizieren können. Sie werden ihn mit einem ihrer Sinne "angreifen" und mit ihrem Hirn "begreifen" und diese Erfahrung real mit der Erfahrung eines anderen Menschen vergleichen können.
Was dabei nicht möglich sein wird, ist das nichtgreifbare Phänomen zu vergleichen. Wie der eine Mensch diese Erfahrung empfindet und wie der andere.
Wir werden niemals nachvollziehen können, wie ein anderer Mensch z. B. den Begriff "warm" empfindet. Diese Begriffe, Synonyme und Symbole sind also untereinander und miteinander nicht vergleichbar. Wir können nur in der Kommunikation mit anderen diesem Begriff unsere eigene Empfindung zugrundelegen und dadurch Verständigung über einen bestimmten Vorgang erreichen. Vergleichbar ist dabei einzig der Begriff, nicht die Erfahrung.
Darüber hinausgehend wurde in Versuchen mit Tieren, besonders eindrucksvoll mit Schimpansen, sehr deutlich bewiesen, dass es auf der Ebene der hirnmäßigen Intelligenz möglich ist, diesen Tieren einen Teil der menschlichen Kommunikationsmöglichkeiten anzuerziehen und mit ihnen über dieses Medium auf Menschenart zu kommunizieren.
Die hirnmäßige Intelligenz ist also etwas, das nicht rein menschlich ist.
Wie wir sehen, gibt es eine Abstufung in Gottes Tiergarten. Es gibt Tiere mit einer höheren und andere mit einer niedrigeren Intelligenz. Und allen Tieren kann man sehr wohl einiges anerziehen, oder auch abgewöhnen. In welchem Ausmaß hängt also nicht vom Vorhandensein einer sogenannten Intelligenz ab, sondern davon wie groß oder hoch die Intelligenzstufe ist, auf der sich dieses Wesen befindet. Wir können also leicht erkennen, dass dies beim Menschen ebenso verläuft und deshalb keine menschliche Spezifikation ist.
Auch die hirnmäßige Intelligenz des Menschen ist dieser Gefahr andauernd ausgesetzt, dass ihr von irgendjemandem irgendetwas anerzogen oder abgewöhnt wird. Sie ist an und für sich nichts sehr Verlässliches und doch richten sich die Menschen mit Vorliebe danach aus und bauen auf ihre Sicherheit.
Andererseits wurde dadurch die instinktmäßige Intelligenz des Menschen verhängnisvoll abgewertet.
Wie die vorher erwähnten Tiere besitzt auch der Mensch eine angeborene instinktive Intelligenz. Doch kann auch auf seine instinktmäßige Intelligenz von außen eingewirkt werden. Sie kann - wie z.B. beim Haushund - total verbildet werden.
Unser Haushund frisst dann gedünsteten Fisch und reitet auf Omas Sofapolster auf, obwohl dies absolut nicht seinem natürlichen Instinkt entspricht.
Und der Mensch? Kann ebenfalls derartige mehr oder weniger offensichtliche Neurosen aufbauen. Gerade im Ess- und Sexualverhalten des Menschen treten äußerst vielfältige Formen auf, von denen einige absolut nicht menschlich fundiert sind.
Die Intelligenz des Menschen ist also nun nicht das Menschliche schlechthin, nicht der Faktor, der den Menschen zum Menschen macht. Und wie wir davon ableiten können, ist es dadurch auch nicht diese Seite des Bewusstseins.
Wollen wir den Menschen aus dem Status eines höheren Tiers herausschälen, müssen wir nach den Spezifikationen suchen, die es nur beim Menschen gibt.
Da ist sehr wohl auf der einen Seite der menschliche Körper.
Denn dieser ist auf den ersten Blick als einer bestimmten Spezies zugehörig zu erkennen. Wohl unterscheidet er sich dadurch noch nicht vom Tier, doch er unterscheidet sich als eine ganz bestimmte Art von Lebewesen von den anderen. Diese wollen wir nun einmal Menschen nennen, wie wir auch Löwen Löwen nennen oder Kaninchen Kaninchen.
Der menschliche Körper ist mit Sicherheit der für den Menschen am leichtesten erkennbare greifbare Anteil an seiner Existenz. Doch würde dieser allein noch keinen Menschen ausmachen.
Ein menschlicher Körper allein könnte selbstverständlich auch ein Leichnam sein und in dieser Funktion sozusagen nur als Kompost für die Weiterbildung der Erdoberfläche von Bedeutung. Oder - im belebt existierenden Zustand wäre dieser Körper allein eben nichts weiter als eine andere Tiergattung, meinetwegen mit der höchsten hirnmäßigen Intelligenzstufe.
Doch der Mensch ist nun einmal kein Tier, sondern er lebt in einem tierhaften Körper. Er ist aber deshalb noch lange nicht einfach ein Tier, das Mensch heißt, sondern er ist mit Spezifikationen ausgerüstet, die ihn zu einem absolut eigenständigen Wesen machen, das Mensch ist.
Und diese Spezifikationen, die es nur für den Menschen gibt, sind Geist und Gefühl.
Hier treten nun meistens zwei weitere grundlegende Missverständnisse auf. Geist wird oft mit hirnmäßiger Intelligenz gleichgesetzt und Gefühl mit Instinktempfinden, oder mit körperlichen Empfindungen. Deshalb neigen viele Menschen dazu, den Menschen als höher ausgebildetes Tier anzusehen, denn richtigerweise finden wir diese Faktoren sehr wohl auch bei Tieren.
Doch was ich mit Geist und Gefühl meine, ist die Möglichkeit des Menschen Erfahrungen auf eine Weise zu machen, die weit über seinen Körper hinausgehen und dadurch eine Qualität in seine Existenz bringen zu können, die den greifbaren Anteil seines Wesens um ein Vielfaches übersteigt.
Nur der Mensch hat die Möglichkeit aufgrund dieser Erfahrungen bewusst in den Verlauf seiner Weiterentwicklung einzugreifen und den Grad dieser Qualität selbst zu bestimmen.
Das Einzigartige am Menschen ist, dass er mit einem Bewusstsein ausgestattet ist, das ihn sich seiner selbst bewusst sein lässt und mit welchem er (aus diesem Grunde) eigenverantwortlich Entscheidungen treffen kann.
Ein Kastanienbaum kann das nicht. Auch ein Schmetterling nicht. Wie weit sie sich ihrer Existenz tatsächlich bewusst sind, werde ich nicht beurteilen können, doch unterscheidet sich ihre Bewusstheit in jedem Fall von der menschlichen, die Entscheidungen ermöglicht und auch erfordert.
Auch ein Affe, das dem "Menschentier" vielleicht am nächsten stehende Tier kann das nicht. Seine Entscheidungen werden von Instinkt- und Triebverhalten bestimmt (oder von anerzogenen Neurosen).
Wenn ein Tier Hunger hat, wird es seine Nahrung suchen (müssen) und im übrigen verhungern, wenn es seine Nahrung nicht findet. Ein Löwe kann sich nicht in Ermangelung seiner Fleischration überlegen, ob er es nicht vielleicht doch einmal mit ein paar Wurzeln versucht, oder mit Heuschrecken.
Oder - In Gefahr werden alle Tiere ihrem Überlebenstrieb nach handeln (müssen) und sich nicht sorgfältige Winkelzüge zur Vernichtung des Gegners ausdenken können.
Auch werden sie sich niemals womöglich aus reiner Abenteuerlust in Gefahr begeben.
Beim Sexualtrieb können wir das ebenfalls gut erkennen.
Selbst in sozial sehr hoch ausgebildeten Tiergattungen, wo es zu Familienbildungen und auch -bindungen kommt, wird die Wahl nicht über Bewusstsein getroffen, sondern aufgrund instinkt- oder triebgesteuerter Vorgänge und Rituale.
Hier unterscheidet sich der Mensch vom Tier. Beziehungsweise wird er dadurch zu einer eigenen Spezies, wo er eben kein noch so hochausgebildetes Tier ist, sondern ein Mensch.
Ein Mensch ist mit einem Bewusstsein ausgestattet, aufgrund dessen er menschliche Entscheidungen treffen kann und muss.
Wo es sich nicht um menschliche Entscheidungen handelt, muss auch ein Mensch keine Entscheidung treffen. Z.B. in bezug auf den Ablauf seiner körperlichen Funktionen, das Funktionieren der Organe und vor allem auf den organisatorischen Ablauf in seinem Körper. Doch selbst dort ist es dem Menschen möglich, mit eigenverantwortlichen Entscheidungen einzugreifen.
Wenn wir alleine nur an die Fakire denken, die gewisse körperliche Funktionen einfach ausschalten können.
Oder an die vorher schon angesprochenen Neurosen, die auch dem Menschen - wie Haushunden oder Ratten - anerzogen werden können.
Doch sind dafür menschliche Entscheidungen notwendig. Wenn auch oft nicht die eigenen, weil die meisten Neurosen im Babyalter strukturiert werden, sind es trotzdem menschliche Entscheidungen. Tiere könnten dem Menschen niemals über ihre Entscheidungen Neurosen anerziehen!
Wie wir daraus ersehen können, gibt es im Menschen also eine die greifbare Existenz umgreifende Kraft.
Nun wird es ein bisschen kompliziert, denn auf diese umgreifende Kraft kann nicht nur das menschliche Bewusstsein Einfluss nehmen, sondern auch das menschliche Unbewusstsein. Doch im menschlichen Unbewusstsein liegt wieder die Verbindung zum Tierhaften - über ihr Unbewusstsein kann man Tieren neurotisches Verhalten anerziehen - und wie vorher aufgezeigt, auch den Menschen.
Bevor ich nun weitergehe, muss ich an dieser Stelle eine absolute Klarstellung anbringen. Wenn ich vom menschlichen Bewusstsein spreche, dann meine ich damit das Bewusstsein, das die Spezies Mensch im Gesamten betrifft. Also die Gattung Mensch.
Es handelt sich dabei eher um die Bewusstheit, aus der das menschliche Bewusstsein erwächst.
Niemals handelt es sich bei meinen Aussagen um das Bewusstsein eines einzelnen und darf daraus womöglich eine Wertigkeit abgeleitet werden, sondern immer um das Bewusstsein, das der gesamten Menschheit in ihrem Menschsein zugrundeliegt.
Es geht mir grundsätzlich darum, herauszuarbeiten, was dieses menschliche Bewusstsein in uns Menschen bewirkt. Denn dort liegt der Ansatzpunkt für die absolute Notwendigkeit der Liebe und auch für ihr wahres Phänomen.
Erst später wird sich daraus von ganz allein die Sinnhaftigkeit auf unser Leben auswirken können.
Jede Sinnhaftigkeit der Liebe benötigt für uns Menschen als Grundlage die Sinnhaftigkeit einer Existenz als Mensch.
Was ist ein Mensch überhaupt?
Wir wollen uns nicht dem wissenschaftlichen Anteil unserer Existenz zuwenden, weder der physiologischen, noch der ethnologischen, sondern dem Phänomen Mensch.
Für uns ist es von Bedeutung, eine Antwort auf die Frage zu finden:
Wodurch bin ich Mensch?
Der Mensch an sich ist ein in der Natur einzigartig vertretenes Zwitterwesen. Einerseits mit einem tierähnlichen Körper ausgestattet und damit absolut in die greifbare Natur eingebunden, andererseits aber mit einem weit über seinen Körper hinausreichenden Naturell: mit Geist und Gefühl.
Die Einzigartigkeit dieser Konstellation ist über das absolut menschlichste Organ für die Menschen erfahrbar: Das Bewusstsein.
Hier liegt für mich bereits ein grundlegendes Missverständnis vor. Das Bewusstsein des Menschen wird vorrangig in einer Richtung ausgelegt, die für mich absolut nicht menschlich ist. Und zwar wird der greifbare Anteil des Bewusstseins überbewertet, d.h. das Wissen, das ein Mensch über sein Gehirn erlernen oder anhäufen kann; nennen wir es seine hirnmäßige Intelligenz.
Ich nenne diese Art des Wissens deshalb greifbar, weil es für mich eine Art des Wissens ist, der eine vergleichbare Realität zugrundeliegt. Alles was vom Menschen mit Begriffen, Synonymen oder Symbolen belegt wird und diese als solche von Allen untereinander oder miteinander verglichen werden können, gerät für mich dadurch in einen quasi angreifbaren Bereich. Mit welchem Sinn man sie angreift, ist dabei nicht von Belang.
Wenn ich eine Rechnung aufstelle 2 + 2 = 4, dann wird auch ein anderer Mensch das Ergebnis dieser Angabe real nachvollziehen können. Wenn zwei Menschen einen Baum betrachten, dann werden sie beide real diesen als Baum identifizieren können. Sie werden ihn mit einem ihrer Sinne "angreifen" und mit ihrem Hirn "begreifen" und diese Erfahrung real mit der Erfahrung eines anderen Menschen vergleichen können.
Was dabei nicht möglich sein wird, ist das nichtgreifbare Phänomen zu vergleichen. Wie der eine Mensch diese Erfahrung empfindet und wie der andere.
Wir werden niemals nachvollziehen können, wie ein anderer Mensch z. B. den Begriff "warm" empfindet. Diese Begriffe, Synonyme und Symbole sind also untereinander und miteinander nicht vergleichbar. Wir können nur in der Kommunikation mit anderen diesem Begriff unsere eigene Empfindung zugrundelegen und dadurch Verständigung über einen bestimmten Vorgang erreichen. Vergleichbar ist dabei einzig der Begriff, nicht die Erfahrung.
Darüber hinausgehend wurde in Versuchen mit Tieren, besonders eindrucksvoll mit Schimpansen, sehr deutlich bewiesen, dass es auf der Ebene der hirnmäßigen Intelligenz möglich ist, diesen Tieren einen Teil der menschlichen Kommunikationsmöglichkeiten anzuerziehen und mit ihnen über dieses Medium auf Menschenart zu kommunizieren.
Die hirnmäßige Intelligenz ist also etwas, das nicht rein menschlich ist.
Wie wir sehen, gibt es eine Abstufung in Gottes Tiergarten. Es gibt Tiere mit einer höheren und andere mit einer niedrigeren Intelligenz. Und allen Tieren kann man sehr wohl einiges anerziehen, oder auch abgewöhnen. In welchem Ausmaß hängt also nicht vom Vorhandensein einer sogenannten Intelligenz ab, sondern davon wie groß oder hoch die Intelligenzstufe ist, auf der sich dieses Wesen befindet. Wir können also leicht erkennen, dass dies beim Menschen ebenso verläuft und deshalb keine menschliche Spezifikation ist.
Auch die hirnmäßige Intelligenz des Menschen ist dieser Gefahr andauernd ausgesetzt, dass ihr von irgendjemandem irgendetwas anerzogen oder abgewöhnt wird. Sie ist an und für sich nichts sehr Verlässliches und doch richten sich die Menschen mit Vorliebe danach aus und bauen auf ihre Sicherheit.
Andererseits wurde dadurch die instinktmäßige Intelligenz des Menschen verhängnisvoll abgewertet.
Wie die vorher erwähnten Tiere besitzt auch der Mensch eine angeborene instinktive Intelligenz. Doch kann auch auf seine instinktmäßige Intelligenz von außen eingewirkt werden. Sie kann - wie z.B. beim Haushund - total verbildet werden.
Unser Haushund frisst dann gedünsteten Fisch und reitet auf Omas Sofapolster auf, obwohl dies absolut nicht seinem natürlichen Instinkt entspricht.
Und der Mensch? Kann ebenfalls derartige mehr oder weniger offensichtliche Neurosen aufbauen. Gerade im Ess- und Sexualverhalten des Menschen treten äußerst vielfältige Formen auf, von denen einige absolut nicht menschlich fundiert sind.
Die Intelligenz des Menschen ist also nun nicht das Menschliche schlechthin, nicht der Faktor, der den Menschen zum Menschen macht. Und wie wir davon ableiten können, ist es dadurch auch nicht diese Seite des Bewusstseins.
Wollen wir den Menschen aus dem Status eines höheren Tiers herausschälen, müssen wir nach den Spezifikationen suchen, die es nur beim Menschen gibt.
Da ist sehr wohl auf der einen Seite der menschliche Körper.
Denn dieser ist auf den ersten Blick als einer bestimmten Spezies zugehörig zu erkennen. Wohl unterscheidet er sich dadurch noch nicht vom Tier, doch er unterscheidet sich als eine ganz bestimmte Art von Lebewesen von den anderen. Diese wollen wir nun einmal Menschen nennen, wie wir auch Löwen Löwen nennen oder Kaninchen Kaninchen.
Der menschliche Körper ist mit Sicherheit der für den Menschen am leichtesten erkennbare greifbare Anteil an seiner Existenz. Doch würde dieser allein noch keinen Menschen ausmachen.
Ein menschlicher Körper allein könnte selbstverständlich auch ein Leichnam sein und in dieser Funktion sozusagen nur als Kompost für die Weiterbildung der Erdoberfläche von Bedeutung. Oder - im belebt existierenden Zustand wäre dieser Körper allein eben nichts weiter als eine andere Tiergattung, meinetwegen mit der höchsten hirnmäßigen Intelligenzstufe.
Doch der Mensch ist nun einmal kein Tier, sondern er lebt in einem tierhaften Körper. Er ist aber deshalb noch lange nicht einfach ein Tier, das Mensch heißt, sondern er ist mit Spezifikationen ausgerüstet, die ihn zu einem absolut eigenständigen Wesen machen, das Mensch ist.
Und diese Spezifikationen, die es nur für den Menschen gibt, sind Geist und Gefühl.
Hier treten nun meistens zwei weitere grundlegende Missverständnisse auf. Geist wird oft mit hirnmäßiger Intelligenz gleichgesetzt und Gefühl mit Instinktempfinden, oder mit körperlichen Empfindungen. Deshalb neigen viele Menschen dazu, den Menschen als höher ausgebildetes Tier anzusehen, denn richtigerweise finden wir diese Faktoren sehr wohl auch bei Tieren.
Doch was ich mit Geist und Gefühl meine, ist die Möglichkeit des Menschen Erfahrungen auf eine Weise zu machen, die weit über seinen Körper hinausgehen und dadurch eine Qualität in seine Existenz bringen zu können, die den greifbaren Anteil seines Wesens um ein Vielfaches übersteigt.
Nur der Mensch hat die Möglichkeit aufgrund dieser Erfahrungen bewusst in den Verlauf seiner Weiterentwicklung einzugreifen und den Grad dieser Qualität selbst zu bestimmen.
Das Einzigartige am Menschen ist, dass er mit einem Bewusstsein ausgestattet ist, das ihn sich seiner selbst bewusst sein lässt und mit welchem er (aus diesem Grunde) eigenverantwortlich Entscheidungen treffen kann.
Ein Kastanienbaum kann das nicht. Auch ein Schmetterling nicht. Wie weit sie sich ihrer Existenz tatsächlich bewusst sind, werde ich nicht beurteilen können, doch unterscheidet sich ihre Bewusstheit in jedem Fall von der menschlichen, die Entscheidungen ermöglicht und auch erfordert.
Auch ein Affe, das dem "Menschentier" vielleicht am nächsten stehende Tier kann das nicht. Seine Entscheidungen werden von Instinkt- und Triebverhalten bestimmt (oder von anerzogenen Neurosen).
Wenn ein Tier Hunger hat, wird es seine Nahrung suchen (müssen) und im übrigen verhungern, wenn es seine Nahrung nicht findet. Ein Löwe kann sich nicht in Ermangelung seiner Fleischration überlegen, ob er es nicht vielleicht doch einmal mit ein paar Wurzeln versucht, oder mit Heuschrecken.
Oder - In Gefahr werden alle Tiere ihrem Überlebenstrieb nach handeln (müssen) und sich nicht sorgfältige Winkelzüge zur Vernichtung des Gegners ausdenken können.
Auch werden sie sich niemals womöglich aus reiner Abenteuerlust in Gefahr begeben.
Beim Sexualtrieb können wir das ebenfalls gut erkennen.
Selbst in sozial sehr hoch ausgebildeten Tiergattungen, wo es zu Familienbildungen und auch -bindungen kommt, wird die Wahl nicht über Bewusstsein getroffen, sondern aufgrund instinkt- oder triebgesteuerter Vorgänge und Rituale.
Hier unterscheidet sich der Mensch vom Tier. Beziehungsweise wird er dadurch zu einer eigenen Spezies, wo er eben kein noch so hochausgebildetes Tier ist, sondern ein Mensch.
Ein Mensch ist mit einem Bewusstsein ausgestattet, aufgrund dessen er menschliche Entscheidungen treffen kann und muss.
Wo es sich nicht um menschliche Entscheidungen handelt, muss auch ein Mensch keine Entscheidung treffen. Z.B. in bezug auf den Ablauf seiner körperlichen Funktionen, das Funktionieren der Organe und vor allem auf den organisatorischen Ablauf in seinem Körper. Doch selbst dort ist es dem Menschen möglich, mit eigenverantwortlichen Entscheidungen einzugreifen.
Wenn wir alleine nur an die Fakire denken, die gewisse körperliche Funktionen einfach ausschalten können.
Oder an die vorher schon angesprochenen Neurosen, die auch dem Menschen - wie Haushunden oder Ratten - anerzogen werden können.
Doch sind dafür menschliche Entscheidungen notwendig. Wenn auch oft nicht die eigenen, weil die meisten Neurosen im Babyalter strukturiert werden, sind es trotzdem menschliche Entscheidungen. Tiere könnten dem Menschen niemals über ihre Entscheidungen Neurosen anerziehen!
Wie wir daraus ersehen können, gibt es im Menschen also eine die greifbare Existenz umgreifende Kraft.
Nun wird es ein bisschen kompliziert, denn auf diese umgreifende Kraft kann nicht nur das menschliche Bewusstsein Einfluss nehmen, sondern auch das menschliche Unbewusstsein. Doch im menschlichen Unbewusstsein liegt wieder die Verbindung zum Tierhaften - über ihr Unbewusstsein kann man Tieren neurotisches Verhalten anerziehen - und wie vorher aufgezeigt, auch den Menschen.
Bevor ich nun weitergehe, muss ich an dieser Stelle eine absolute Klarstellung anbringen. Wenn ich vom menschlichen Bewusstsein spreche, dann meine ich damit das Bewusstsein, das die Spezies Mensch im Gesamten betrifft. Also die Gattung Mensch.
Es handelt sich dabei eher um die Bewusstheit, aus der das menschliche Bewusstsein erwächst.
Niemals handelt es sich bei meinen Aussagen um das Bewusstsein eines einzelnen und darf daraus womöglich eine Wertigkeit abgeleitet werden, sondern immer um das Bewusstsein, das der gesamten Menschheit in ihrem Menschsein zugrundeliegt.
Es geht mir grundsätzlich darum, herauszuarbeiten, was dieses menschliche Bewusstsein in uns Menschen bewirkt. Denn dort liegt der Ansatzpunkt für die absolute Notwendigkeit der Liebe und auch für ihr wahres Phänomen.
evelyne w. - 17. Mrz, 23:57




















