Nun habe ich es ja doch geschafft!
20 Jahre, nachdem ich mit meinem
Mosaiksteinchenspiel begonnen habe, mit welchem ich das Phänomen der Liebe lückenlos zusammensetzen wollte, um ihm Wahrheit zugestehen zu können, ist mein Manuskript nun auch tatsächlich fertiggestellt. Zu vier Fünftel geschrieben legte ich es vor vielen Jahren zur Seite, um lieber das zu leben, was ich mir in diesen Erkenntnissen erarbeitet habe, anstatt es zu dokumentieren.
Zum persönlichen Jubiläum habe ich es mir zum Geschenk gemacht, es doch fertig zu schreiben. Es schien mir schade darum zu sein, diese Erkenntnisse nicht auch weiter zu geben, die zwanzig Jahre meines Lebens auf so wunderbare Weise verändert hatten und mir auch in schweren Stunden soviel Halt und Sinn gaben.
Das Liebesphänomen - Phänomen Jesus
Sachliche Darstellung
290 Seiten
Kartoniert
Juli 2009 - Vorveröffentlichtes
Referenz- und Rezensionsexemplar
im Eigenverlag
Schutzgebühr € 9,90
(für Presse- und Lektoratverteiler kostenlos)
Bestellung unter e.we at evelyne-weissenbach.at
evelyne w. - 3. Aug, 09:25
wie sich in den letzten monaten gezeigt hat, ist hier nicht mehr viel los. einerseits von meiner seite. ich schreibe derzeit nicht so viele gedichte und an meinem liebesphänomen-manuskript habe ich auch nicht weiter gearbeitet.
andererseits ist auch das interesse ziemlich zurückgegangen. sicher auch deshalb, weil ich selber viel zu wenig zeit zum bloggen habe.
ich werde diesen blog deshalb schließen. vielleicht auch nur vorübergehend. mal sehen.
da aber doch sehr viele beiträge hier sind und es sicher einiges zu sehen und zu lesen gibt, lasse ich ihn online. einfach als archiv.
ich danke euch für die begleitung über all die jahre und wünsche allen zufällig hereinschauenden angenehme leseunterhaltung.
alles liebe!
eure e.we
evelyne w. - 27. Jan, 16:52
und wieder trägt das jahr
ein weißes kleid
gewebt aus hoffnung
und in die säume
sind wünsche eingenäht
noch schwebt es unbeschmutzt
über verschlammte wege
tanzt ungebrandmarkt
auf den scheiterhaufen
lodernder kriege
noch trägt es einen blütenkranz
und in den lilienweißen fingern
einen becher freude
doch lauert schon der alltag
die füße werden schwer
im täglichen morast
und aus verschwielten händen
rinnt die angst
stahlhelme drücken
die gehirne dumpf
das kleid tarnt sich
oliv und braun
um in den gräben
zu beschützen
und nur die blume
mut zur liebe
reckt sich das ganze jahr
dem sonnenlicht entgegen
evelyne w. - 4. Jan, 01:11
Eines Heiligen Abends, als ich, wie jedes Jahr nach dem Vorweihnachtsstress, unter dem Christbaum aus lauter Müdigkeit einfach eingeschlafen war, stellte ich mir nach dem Erwachen diese Frage.
Was Weihnachten für die Mehrheit der Menschen der westlichen Welt war, die Rituale, die auch mich zu diesem Zeitpunkt noch umklammert hielten, konnten den Sinn der Weihnacht nicht ausmachen.
Konsumwut, Geschenkespflicht, mit ihren unsinnigen Auswüchsen und einhergehenden Müllbergen, Zwangsfamilienfeste, identitätslose Weihnachtsmärkte, im Geplärre und Lichterschauer, Weihnachtsdekoration im Herbst, Weihnachtsfeiern unter dem Motto "Sex and Drugs and Rock'n Roll" - während die Menschen, die auf der dunklen Seite der Welt lebten, sich unter dem Kriegsgewitter der Hüter des Weihnachtswahnsinn in Schmerz und Grauen wanden.
Und ich? Mittendrin in den Ritualen meines Umfelds, voller Ärger darüber, zerfressen von Frust und Anklage, oft auch Angst.
Und dann, das Erwachen unter dem erloschenen Weihnachtsbaum, müde, ausgelaugt, mit zu vollem Magen und zu hungrigem Herzen.
Zuerst die Frage: Wofür? Für zehn Minuten? Denn länger brennen die Kerzen im Durchschnitt wohl nicht an einem Christbaum.
Das Groteske der Situation schnitt mir beinahe den Atem ab. Riesige Wirtschaftszweige waren das ganze Jahr damit beschäftigt, die Menschenmassen auf diese zehn Minuten hinzutrimmen. Sie von der Notwendigkeit von Weihnachtsritualen zu überzeugen, die bei näherem Hinsehen keinerlei Sinn ergaben, die die Menschen nur müde und leer machten und sie oft auch noch in Verschuldungen materieller, wie auch seelischer Art stürzten.
Und endlich stellte ich mir die Frage: Was ist Weihnachten für mich?
Eine Frage, die mein Leben veränderte. Deren Antwort mich Ballast abwerfen ließ, und meine Weihnachten auf die Beine der Qualität stellten, die mein Leben seither bereichert:
Zeit für Menschen, Zeit für Gedanken in Stille und Ruhe, Auseinandersetzung mit dem was ich spüre, Antworten auf meine Fragen nach dem Sinn.
Auch in dieser Zeit muss Arbeit erledigt werden, aber ich lernte, die Freizeit zeitgemäß zu gestalten. Den Jahreszeitenwandel nur mehr am Wetter zu vollziehen, ist ein Verhängnis, mit dem die Seele des Menschen nicht gut zurecht kommt.
Und ich entdeckte, Gedanken zur Weihnachtszeit unterscheiden sich in vielem von Gedanken während anderer Zeiten des Jahres. Im Frühling und Sommer drängen unsere Gedanken nach draußen, nach Aufbruch, nach Wanderschaft. Im Herbst wird langsam eingekehrt, werden die Ernten eingefahren. Und dann die Vorweihnachtszeit. Das Zurückkehren an den warmen Herd, die Heimkehr der Ausgeschwärmten und das gemeinsame Auspacken der mitgebrachten Geschenke, die uns das Jahr bescherte.
Frieden wuchs in mir und Freude. Und beide schenkten mir Kreativität.
Heute ist Weihnachten für mich das Fest des Glaubens an die Liebe, die allein der Menschheit Sinn gibt, des inneren Friedens und der Kreativität. Und ich pflege die Zeit der Erwartung mit Spaziergängen, lausche auf die Worte, die aus meinem Inneren aufsteigen, schreibe und male und gestalte, um meine Weihnachtsgedanken auch mit anderen zu teilen.
Und mein Wunsch für alle Menschen lautet:
Liebevolle Weihnachten!
>>> und wer HÖREN mag
* * * * * * * * * *
Ich habe diesen Text geschrieben, weil ich einen Klappentext für
mein kleines Weihnachtsbrevier
brauchte. Selbstverständlich war er für diesen Zweck dann viel zu lang und wurde gekürzt.
Aber ich verwende diesen Text nun als Einstieg in meine Weihnachtslesungen.
Und da ich denke, er kann auch für sich gut stehen und vielleicht dem einen oder anderen Nachdenklichkeit und Besinnung bringen, veröffentliche ich ihn auch hier.
Alles Liebe für Euch alle!
evelyne w. - 7. Dez, 15:29
wenn du gehst
werden die tage wie ein dunkler wald vor mir liegen
und erst die umkehr in erinnerungen
wird mich auf hellen lichtungen
an neuen morgen tanzen lassen
was ist zu tun
was jetzt nicht zu verabsäumen
lichter vor meine füße zu werfen
vor die kleinen schritte dieser tage
die dir leuchten
auf deinem weg in diese
dunkle nacht der angst
die aus deinem herzen in mein herz
aus deinen händen in meine hände
aus deinen blicken in meine augen
strömt
ich möchte alles sagen
alles was ich dir immer schon gesagt
noch einmal
und einmal noch
und immer wieder
mit meinen worten ewigkeit dir geben
die dich nie von mir brechen kann
wie frisch gefallenen schnee sie streuen
auf die süße unserer gemeinsamkeit
uns zu verschmelzen
in der stummen hitze des verstehens

3.11.1931-5.10.2008
evelyne w. - 11. Okt, 22:31
Selbstironie und Überhebung
Zitat aus dem Wörterbuch:
Schnörkel, der - Beiwerk, Zierat überreiche Verzierung, stilistische Übetriebenheit
Verschnörkelung, die - Zierde, Dekor, Rankenwerk
Ich persönlich nenne den Schnörkel lieber liebevoll Schnörksel - das klingt für mich ansprechender als Bestandteil einer Persönlichkeit -, auch wenn nicht alle auf den ersten Blick gar so liebenswürdig erscheinen.
Als Grundlage besehen wir uns nun einmal den baulichen Schnörkel. Was soll dieser bewirken? Er soll eine gerade klare Baulinie "verschönern". Wir sollen das Gesamtwerk gerne anschauen wollen, es schön finden, es lieben. Doch er verschönert nur die Fassade und lenkt dadurch die Aufmerksamkeit auf sich und diese Fassade. Er stellt sich damit eindeutig zwischen den Betrachter und das Gebäude.
Auch der stilistische Schnörkel lenkt die Aufmerksamkeit in erster Linie auf sich. Die Überzeichnung kann zum Selbstzweck werden. Der Stil wird dann über den Inhalt gestellt.
Was wir nun an diesen beiden Beispielen bereits erkennen können, ist, dass der Schnörkel von Inhalt und gerader Linie ablenkt, auch wenn ihm diese Rolle vielleicht ursprünglich nicht zugedacht war. Vielleicht hätte er ursprünglich auf den Inhalt aufmerksam machen sollen. Von der geraden Linie lenkt er aber in jedem Fall ab. Doch auch, wenn er auf den Inhalt aufmerksam machen sollte, ist als Grundvoraussetzung dafür einmal anzusehen, dass der Inhalt ohne Schnörkel nicht interessant genug wäre. Oder, nicht schön genug wäre. Oder gar abstoßend wirken könnte.
Und damit sind wir auch bereits beim persönlichen Schnörkel angelangt, in Folge nur mehr Schnörksel genannt.
Auch der Schnörksel hat die Aufgabe, die dahinter liegende Persönlichkeit optisch aufzuputzen, um so eine Annäherung an die Gemeinschaft zu erleichtern. Doch auch hier hat er eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Auch der Schnörksel lenkt in erster Linie von der dahinter liegenden Person ab.
Und genau dieser Vorgang ist von der Persönlichkeit gewünscht, wenn auch meistens unbewusst!
Nun kommt aber noch ein wesentlicher Faktor dazu: Nachdem sich eine Persönlichkeit diese Schnörksel ja selbst aufsetzen muss - sie werden nicht von einem Baumeister angefertigt und angebracht, benötigt diese Person enormen Energieaufwand dafür. Dieser muss natürlich aus anderen Bereichen abgezogen werden und kann man so eigentlich leicht die Energievergeudung entlarven, dient er doch nicht der Entwicklung einer Persönlichkeit, sondern der Ablenkung von dieser Persönlichkeit.
Der persönliche Schnörksel kennzeichnet also nicht den verschnörkelt verschönerten Zustand einer Person oder Persönlichkeit, sondern den energieaufwändigen Vorgang der Ablenkung vom Inhalt deiner Persönlichkeit.
Wofür verschwendet nun der Schnörksler seine Energie?
Die sympathischere Form ist wohl die Selbstironie. Der Schnörksler weist also einigermaßen humorvoll auf seine Unzulänglichkeiten hin und schlägt damit nun einmal gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe auf seinem Weg in die Gemeinschaft.
Als erstes signalisiert er damit einemal rationalen Verstand. Er weiß worum's geht.
Als zweites signalisiert er damit eine gewisse Ohnmacht, die aber doch nur "menschlich" ist.
Drittens signalisiert er damit eine gewisse Aufbruchsstimmung, die ihn wieder viertens der Verantwortung enthebt, bestimmte Aktionen zu setzen.
Und fünftens bietet er damit der eigenen Persönlichkeit enormen Schutz, liefert er sich doch sofort den rationalen Grund für Zurückweisung, Unverständnis, Kommunikationsprobleme, Liebesverlust, mangelnde Selbstliebe, aber auch mangelnde Liebesbereitschaft und Beziehungsunfähigkeit, usw. Die Kennzeichung des mangelnden Selbstwertgefühls ist ja wohl gegeben.
Der gerade Weg, um nun ein anderes Schlagwort zu gebrauchen, wäre aber eindeutig (und ganz einfach), eine Aktion zu setzen, die alle diese Vorgänge nicht notwendig machen würde. Das heißt nicht mehr und nicht weniger, die persönliche Energie dafür zu verwenden, dem Menschsein gerecht zu werden, als sie darauf zu ver(sch)wenden, zu erklären, warum man der menschlichen Anforderung nicht gerecht wird.
Wie wir nun sehen, ist die Selbstironie wohl ein charmanter Beitrag zur Kommunikation (selbstironische Menschen werden von ihrer Umgebung meistens gern gesehen), doch liegen ihr die gleichen Ursachen zugrunde, wie z. B. der Überhebung, die doch aber eine wesentlich uncharmantere Kommunikationsform darstellt.
Tatsache ist, dass die Selbstironie nichts anderes ist, als psychologisches Training, und in erster Linie negatives Training! Aus der dauernden Signalisierung an das Unterbewusstsein ich weiß es, aber ich kann nichts machen, entsteht natürlich ein schwerer Konflikt in der Persönlichkeit. Weiters bringt ein ewiges Vorsagen der eigenen Unzulänglichkeiten ein Anerkennen derselben mit sich, eine Veränderung ist deshalb ausgeschlossen.
Wie bei allem auftretenden Humor liegt diesem letztendlich die persönliche Wahrheit zugrunde. Selbstverständlich ist Humor, und somit auch die Selbstironie, sogar Ironie und Zynismus, wenn sie sich nicht wirklich nur gegen einzelne Personen richten, ein ganz wichtiger Bestandteil der menschlichen Kommunikation. Doch sollte eben auch Humor in allen seinen auftretenden Erscheinungsformen zur Entwicklung der Persönlichkeit und auch der Gemeinschaft beitragen. Humor in seiner reinsten Form sollte der Lebensfreude entspringen oder dienen und sich nicht aus der Freude an Unzulänglichkeiten irgendwelcher Personen oder Persönlichkeiten ableiten. Selbstironie sollte so gesehen also anregen, zu hinterfragen, was damit erreicht oder auch abgesichert werden soll.
Es sollte herausgefunden werden, wovon dieser Schnörksel ablenken soll, warum die dahinter liegende gerade Baulinie verschönert werden soll, warum sie vermeintlich nicht ausreicht, um andere Menschen zum Eintritt in dieses Haus zu verleiten.
Es gibt aber nicht nur Schnörksel, die der Verschönerung dienen. Eine weitere begriffliche Defintion der Verschnörkelung wird mit Rankenwerk gesetzt. Nun, diese Defintion weist uns ja förmlich auf den persönlichen Schnörksel hin. Umso dichter dieses Rankenwerk nun gestaltet wird, desto uneinsehbarer wird logischerweise die Persönlichkeit. Wie oft aber werden auch Bauwerke nur mehr vom äußerlichen Rankenwerk zusammen gehalten. Sie sind auch wunderschön anzuschauen, doch wird ein Stück der großartigen Verzierung abgehoben, sieht man, dass die darunter liegende Fassade schwerst beschädgit ist. Wird dieses Rankenwerk nun gar beseitigt, dann kann es passieren, dass aufgrund des Wegfallens der äußerlichen Stütze das ganze Gebäude zusammenbricht.
Es ist also klar erkennbar, dass dieses Rankenwerk nun nicht nur der Verschönerung dient (vielleicht handelt es sich sogar um Ornamente, die fast niemandem gefallen), sondern dass es vielmehr zum wichtigen Stützwerk geworden ist.
Genauso ist es natürlich auch wieder bei unserem Schnörksel. Er fungiert also nicht nur für die charmante Selbstironie als Selbstzweck, sondern für alle psychologischen Vrogänge, die der Abgrenzung einer Persönlichkeit dienen. Und damit auch der wesentlich unsympathischeren Überhebung. Auch die Überhebung sichert eine mögliche Zurückweisung vorweg, liefert erstklassige Rationalisierungen für Nicht-verstanden-werden, mangelnde Liebesbereitschaft und auch Selbstliebe und verschleiert äußerst gekonnt geringes Selbstwertgefühl und die wirklichen Ursachen für Kommunikationsprobleme. Auch die Schnörksel des Überheblichen sind aus dem gleichen "Material": Der überhebliche Schnörksler verschwendet seine Energie ebenso auf den Vorgang der Überhebung, also für den Ausbau von Abgrenzung und Abwehr, anstatt sie für seine menschliche und spirituelle Entwicklung einzusetzen.
Er verwendet seine persönliche Arbeitskraft nicht dafür, sein Haus zu bauen und in ihm zu wohnen, sondern er baut Zäune, Barrieren und schmückendes Beiwerk. Und in der Zwischenzeit verfällt sein Haus, wird ungemütlich und im Extremfall für ihn selbst letztendlich unbewohnbar.
Auch hier sollte nun also herausgefunden werden, wovon der Schnörksel ablenken soll. Warum es so wichtig erscheint, die Bausubstanz verbergen zu wollen, warum es so wichtig ist, den Anderen eine so perfekte Ansicht zu bieten, dass sie mit vor Staunen offenem Munde vor dem Haus stehen bleiben und es nicht zu betreten wagen.
Nun wird aber auch der Weg klar erkennbar, der vor uns allen liegt. Es gilt, das Haus zu sanieren, um erstens angenehm drin wohnen zu können und zweitens auch freudig Besucher empfangen zu können. Dann fällt die Angst weg, dass wir in unserem Haus das Großartige der Fassade nicht aufrecht erhalten können, es fällt die Angst weg, dass, wenn jemand ein Zipfelchen aufhebt, das ganze Gebäude zusammenbricht, und es schließt die Gefahr aus, dass wir nicht zu Hause sind, wenn jemand uns besuchen will.
Der gerade Weg ist konsequenterweise, für eine klare, gerade Baulinie zu sorgen, die Schnörksel jeder Art unnötig macht. Wenn wir in dieser Richtung arbeiten, werden wir die Schnörksel sukzessive abbauen können. Würden wir als erstes einmal die Schnörksel wegreißen, oder noch schlimmer, müssten wir sie vor dem Wegreißen durch Andere noch zusätzlich schützen, dann sieht man leicht, dass dafür die vorhandene Energie verwendet werden muss und keine Kraft für die Sanierung des Hauses übrig bleibt. Für die Beseitigung des vielen Schutts, der dabei entstehen würde, wäre noch weiterer Energie- und auch Zeitaufwand nötig. Und für jeden wäre die Ruine sichtbar, in welcher wir selbstverständlich auch nicht wohnen wollten.
Ist es da nicht besser, ein Zimmerchen nach dem anderen gemütlich und einladend zu gestalten, so dass wir uns wohlfühlen und andere uns gern besuchen? Wahrscheinlich werden viele dazu verleitet, uns beim Weiterausbau behilflich zu sein. Und seltsamerweise wird es sich herumsprechen, dass in diesem, vielleicht außen noch nicht so perfekt gestalteten Haus, eine warme, gemütliche Atmosphäre herrscht. Sie wid aus allen Fenstern strahlen und nach und nach werden die Leute die Fassade gar nicht mehr sehen .... bis wieder ein aufgesetzter Schnörksel ihre Aufmerksamkeit ablenkt.
Der gerade Weg ist also vorgegeben: Er führt eindeutig von innen nach außen!
Ich habe hier nun einmal zwei sehr prägnante, weil so krass gegensätzliche Schnörksel als Beispiele gewählt. Dioch finden wir die Schnörksel einer Persönlichkeit in allen energievergeudenden Aktionen der dazugehörenden Person. Wichtig ist es, diese an sich selbst zu erkennen, und in menschliche Energie umzuwandeln, bevor sie das Gesamtbauwerk beschädigen, oder davon abhalten, Besuche empfangen zu wollen oder zu können.
Und wieviel leichter kann es uns fallen, durch das Rankenwerk einer anderen Persönlichkeit zu blicken und dieser, dann auch im Falle auftretender Überheblichkeit, bei der Sanierung ihrer Bausubstanz behilflich zu sein. Wir haben ja nun praktische Erfahrung. Wir wissen, wie es geht, weil wir an unserem eigenen Haus auch immer bauen (eventuell ebenfalls unter Mithilfe Anderer). Und wir können Kraft daraus schöpfen, weil wir uns nach dieser anstrengenden Tätigkeit dann auch wieder in ein gemütliches Zuhause zurückziehen und ausruhen können. Und ich persönlich glaube, dass diese gemeinschaftliche Tätigkeit wesentlich befriedigender ist und glücklicher macht, als allein zuhause an steinernen Schnörkseln zu tüfteln.
Wie wir daraus ersehen können, sind Schnörksel keineswegs ein nicht-liebenswerter Bestandteil einer Persönlichkeit. Vielmehr glaube ich, dass auch dies ja oft nur eine Frage der Perspektive zwischen Betrachter und Objekt ist. Wichtig ist, sich von Schnörkseln jeder Art nicht ablenken oder gar täuschen zu lassen, sich nicht abhalten zu lassen, einen Blick dahinter zu wagen und seine Energie dafür einzusetzen, tatkräftig am Bau von Bauwerken beteiligt zu sein und nicht an Beiwerk!
evelyne w. - 18. Mai, 16:02